Brustvergrößerung (Mamma-Augmentation)

Brustvergrößerung (Mamma-Augmentation)

Die Gründe für eine Brustvergrößerung sind vielfältig und sehr individuell. Brüste, die im Verhältnis zur übrigen Figur besonders klein erscheinen, sind keine körperliche Beeinträchtigung. Trotzdem stellen sie für viele Frauen eine enorme seelische Belastung dar. Minderwertigkeitsgefühle und Probleme im Sexualleben können die Folge sein. Auch im Berufsleben kann ein sinkendes Selbstvertrauen zu Schwierigkeiten führen.

Mit einem Brustimplantat kann eine zu kleine Brust der restlichen Figur angepasst werden. Die besten Resultate werden dabei mit einer Brustvergrößerung erzielt, die eine natürliche Balance zum übrigen Körper herstellt. Der Wunsch nach besonders großen Brüsten kann aus medizinischen Gründen oft nicht erfüllt werden (z. B. zu erwartende Haltungsschäden).

Ein weiterer Grund für eine Brustvergrößerung kann eine veränderte Brustform sein, etwa nach einer Schwangerschaft oder starkem Gewichtsverlust. Vor allem nach dem Stillen kann es zu einem Erschlaffen der Brustdrüsen und einem Einfallen der oberen Brusthaut kommen (Involutionsatrophie). Die hängenden Brüste wirken danach unverhältnismäßig alt und schlaff, was für die meist jungen Patientinnen besonders belastend ist. Eine Brustvergrößerung löst das Problem meist zufrieden stellend. Bei zu starker Hautdehnung kann jedoch eine zusätzliche Hautstraffung notwendig sein. Die Operation kann prinzipiell in jedem Alter durchgeführt werden. Als wichtige Voraussetzung gilt jedoch, dass Ihr Körperwachstum abgeschlossen und Ihre Brüste voll entwickelt sind.

Was bringt die Brustvergrößerung?

In der Regel können Sie mit einer vollen und natürlichen Brustform rechnen. Das Implantat ist oftmals unter der Haut nicht tastbar, lediglich an den Implantatkanten kann es erfühlt werden. Die Ergebnisse sind dauerhaft und halten, je nach persönlicher Veranlagung, viele Jahre – aber nicht ewig. Zum einen werden der natürliche Alterungsprozess und die Schwerkraft die Form der Brust im Laufe der Jahre wieder verändern. Zum anderen ist ein Implantatwechsel und somit eine weitere Operation innerhalb von 20 Jahren wahrscheinlich.

Implantat-Typen

Zwei verschiedene Implantat-Typen werden für die Brustvergrößerung benutzt. In eine Silikonhülle wird dafür entweder Silikongel oder physiologische Kochsalzlösung gefüllt.

Silikongel-Implantate sind in ihrer Form sehr variabel und bieten eine besonders natürliche Konsistenz. Ein Auslaufen des Gels bei einem Riss der Silikonhülle ist heute nicht mehr zu befürchten, da es sich bei dem Material um keine Flüssigkeit handelt.

Die Kochsalzimplantate sind hingegen mit einer physiologischen Kochsalzlösung gefüllt. Im Fall eines Hüllenrisses wird diese problemlos vom Körper abgebaut. Im Vergleich zu Silikon-Implantaten fühlen sich die Kochsalzimplantate jedoch weniger natürlich an. Im Laufe der Jahre verlieren sie Kochsalz, können faltig werden und „blubbern“.

Unabhängig vom Implantat-Typ kann die Hüllenoberfläche glatt oder rau sein. Ein Unterschied im Heildungsprozess wurde bislang in keiner Studie nachgewiesen.

Welche Komplikationen können entstehen?

Die Risiken einer Brustvergrößerung sind vergleichsweise gering, vorausgesetzt, die Operation wird von einem qualifizierten Plastischen Chirurgen mit genügend Erfahrung vorgenommen. Trotz größter Sorgfalt können, wie bei jedem chirurgischen Eingriff, während oder nach dem Eingriff vereinzelt Komplikationen auftreten.

Eine häufige Komplikation ist die so genannte Kapselfibrose. Das Implantat ist für den menschlichen Organismus ein Fremdkörper, so dass es im Heilungsverlauf mit einer dünnen Schicht aus Bindegewebe umhüllt wird. Je nach Veranlagung kann sich diese „Kapsel“ verhärten, wodurch sich die Brust fester als normal anfühlt. Derartige Verhärtungen können unterschiedlich stark ausfallen und schlimmstenfalls zu Schmerzen, Verlagerung des Implantats oder Verformungen der Brust führen. In seltenen Fällen (ungefähr 5 Prozent) ist ein erneuter Eingriff erforderlich, bei dem das Implantatlager erweitert oder das Implantat ersetzt werden muss. Auch können bei Silikon-Implantaten kleine Mengen an Silikon durch die Hülle in den Körper „ausschwitzen“.

Aufgrund der Durchtrennung feiner Nerven kann vor allem bei großen Implantaten das Gefühl an der Brustwarze vorübergehend beeinträchtigt sein. Taubheit oder besondere Empfindlichkeit nehmen in der Regel bald wieder ab. In seltenen Fällen ist die Taubheit jedoch auch bleibend. In Ausnahmefällen kann es zu Wundheilungsstörungen, Blutergüssen, Infektionen und Ansammlung von Sekret kommen, die dazu führen können, dass das Implantat vorübergehend entfernt werden muss. Sind Sie als Frau in einem Alter, in dem Sie regelmäßig Mammographie-Untersuchungen vornehmen lassen, sollten Sie Ihren Arzt in jedem Fall über Ihr Brustimplantat informieren, da es die Untersuchung erheblich einschränkt. Alternativ kann der Brustzustand per Ultraschall oder Kernspin-Tomografie untersucht werden - die Kosten hierfür übernimmt die Krankenkasse jedoch nicht.

Vor der Brustvergrößerung

14 Tage vor der Operation sollten Sie keine Schmerzmittel einnehmen, die Acetylsalicylsäure enthalten (z. B. Aspirin). Die blutverdünnende Wirkung verzögert die Blutgerinnung und kann Nachblutungen verursachen. Reduzieren Sie den Konsum von Nikotin und Alkohol vor dem Eingriff auf ein Minimum.

Nehmen Sie regelmäßig Medikamente ein oder leiden Sie unter Allergien (z. B. gegen Medikamente, Desinfektionsmittel oder Pflaster), teilen Sie dies unbedingt dem Arzt mit. Informieren Sie ihn auch unbedingt über bekannte Krankheiten. Neigen Sie zu blauen Flecken oder anhaltenden Blutungen nach kleinen Verletzungen, sollte der Chirurg eine Gerinnungsstörung vor der Operation unbedingt ausschließen. Außerdem sollten Sie Ihrem Chirurgen unbedingt mitteilen, wenn Sie eine starke Gewichtsreduktion oder eine Schwangerschaft planen. In beiden Fällen kann sich die Brustform in kaum vorhersehbarer Weise verändern, wodurch das Ergebnis beeinträchtigt werden kann.

In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, vor der Operation eine Mammographie und eine Ultraschalluntersuchung durchzuführen, um eventuelle Gewebeveränderungen vor dem Eingriff feststellen zu können. Ihr Chirurg wird mit Ihnen darüber sprechen. Wenn Sie den Eingriff ambulant vornehmen lassen, empfehlen wir außerdem, dass sich ein Angehöriger zumindest während der ersten Nacht nach dem Eingriff um Sie kümmert.

Anästhesieform und Klinikaufenthalt

Der Eingriff wird in der Regel stationär und mit Vollnarkose durchgeführt. In Narkose ist die Operation für die Patientin stress- und problemfrei, und der Chirurg kann in Ruhe die erforderliche Feinarbeit leisten. Die notwendigen Voruntersuchungen werden am Vortag Ihres Termins in der Klinik durchgeführt. Dabei haben Sie auch Gelegenheit, die Narkose mit dem Anästhesisten zu besprechen, der während der Operation Ihren Gesundheitszustand überprüfen wird. Je nach Eingriff ist mit einem Klinikaufenthalt von einem bis drei Tagen zu rechnen.

Die Operation

Während des Eingriffs ist der Oberkörper der Patientin in einer halb sitzenden Position, damit die Implantate möglichst natürlich angepasst werden können. In der Hautfalte unter der Brust, im Bereich der Brustwarze oder in der Achselhöhle erfolgt ein etwa 5 cm langer Hautschnitt. Durch diese Öffnung schafft der Chirurg einen Hohlraum, dessen Lage und Größe für das Ergebnis des Eingriffs entscheidend ist. Je nach Implantat setzt er nun entweder das gefüllte Silikonkissen oder zunächst nur die Hülle ein, die später per Injektion gefüllt wird. Für die Positionierung des Implantats gibt es zwei Möglichkeiten – direkt hinter der Brustdrüse (subglandulär) oder hinter dem Brustmuskel (submuskulär). Eine Platzierung hinter dem Muskel ist vor allem bei geringem Brustgewebe nützlich und verringert die Tastbarkeit des Implantats. Außerdem ist bei dieser Methode eine spätere Mammographie besser möglich. Die subglanduläre Lage des Implantats hingegen entspricht eher der natürlichen Brust, in einzelnen Fällen kann das Kissen jedoch unter der Haut ertastbar sein. Oft wählen Chirurgen daher die submuskuläre Lage, da der Muskel das Implantat ideal abdeckt. Bei sehr sportlichen Frauen kann die submuskuläre Lage allerdings zu Problemen führen.
Die Wunde wird mit feinsten Fäden unterhalb der Haut verschlossen. Zusätzlich werden kleine Drainageschläuche gesetzt, um Sekret und Blut abzuführen. Noch auf dem Operationstisch bekommen Sie einen Mullverband. Die Operationsdauer beträgt etwa ein bis zwei Stunden.

Nach der Brustvergrößerung

Unmittelbar nach der Operation wird die Brust für ein paar Tage gespannt sein und schmerzen. In der Regel werden dagegen Schmerzmittel verabreicht. Nach einigen Tagen wird der Druckverband durch einen medizinischen Büstenhalter ersetzt. Dieser sollte optimal sitzen, Ihre Brust stützen und sie nicht einengen. Den Büstenhalter tragen Sie die ersten drei Wochen rund um die Uhr, für die folgenden drei Wochen mindestens tagsüber. Büstenhalter, die die Brust stark heben (z. B. Wonderbra), sollten Sie während der ersten drei Monate vermeiden.

Die Drainagen werden meist am Tag nach der Brustvergrößerung entfernt, die Fäden acht bis zehn Tage nach dem Eingriff gezogen. Zunächst wird die Narbe noch rot sein, verblasst aber innerhalb einiger Monate und passt sich der umgebenden Haut an. Einige Wochen nach der Operation kann die Narbe auch mit pflegenden Cremes behandelt werden. Während des folgenden halben Jahres ist eine UV-Bestrahlung der Narbe zu verhindern (z. B. Sonnenbad).

Ihre volle Arbeitsfähigkeit ist nach wenigen Tagen, spätestens nach einer Woche wiederhergestellt. Stellen Sie sich jedoch darauf ein, dass Sie erst nach einigen Tagen wieder duschen können. Sie und Ihr Sexualpartner sollten die nächsten zwei Monate äußerst behutsam mit Ihren Brüsten umgehen und jede Überbeanspruchung vermeiden. Dies gilt auch für sportliche Aktivitäten und Haushaltsarbeiten (z. B. Bügeln und Fensterputzen). Mit kalten Duschen können Sie die Durchblutung gut anregen und den Heilungsprozess unterstützen.

Etwa einen Monat nach der Operation ist die Verkapselung des Implantats abgeschlossen. Nach Anweisung Ihres Arztes können Sie nach einigen Wochen beginnen, durch Massieren der Brust eine Kapselfibrose zu verhindern. Die Brust bleibt aber weiterhin gespannt und wird erst einige Wochen später weich. Bis die ursprüngliche Konsistenz und Sensibilität der Brust wieder erreicht ist, können Monate vergehen.

Kann man die Operation wiederholen?

Eine Brustvergrößerung kann wiederholt werden. Der erfahrene Chirurg muss jedoch in jedem Einzelfall abwägen, ob ein erneuter Eingriff sinnvoll wäre. In regelmäßigen Abständen sollten Sie Ihre Brüste beim Plastischen Chirurgen überprüfen lassen.

Arztsuche
Illustrationen
Brüste vor der Vergrößerung
Mögliche Hautschnitte unter der Brust, an der Brustwarze oder in der Achselhöhle
Silikonimplantat hinter dem Brustmuskel
Silikonimplantat vor dem Brustmuskel
Brüste nach der Vergrößerung
Brüste nach der Vergrößerung