Das schwerbrandverletzte Kind - ein körperlicher und seelischer Notfall

Das schwerbrandverletzte Kind - ein körperlicher und seelischer Notfall

Mit dem Thema des schwerbrandverletzten Kindes befasst man sich meist erst, wenn es zu spät ist. Dabei handelt es sich keinesfalls um ein Randthema: Allein in Deutschland erleiden 6000 Kinder pro Jahr Verbrennungen und Verbrühungen, die in einem Krankenhaus behandelt werden müssen. Hausbrände oder Explosionen sind nur selten dafür verantwortlich – in den meisten Fällen sind heiße Flüssigkeiten der Grund für Schmerzen, Operationen und lebenslange Narben.

Ein herabstürzender Wasserkocher oder eine umgekippte Kaffeetasse kann fatale Folgen haben. Schon 52°C Wassertemperatur reichen aus, um die Haut nachhaltig zu zerstören. Eine einzige Tasse Tee genügt, um 30 Prozent der Hautoberfläche eines Kleinkinds oder Säuglings zu verbrühen. Die noch dünne Haut bietet weniger Schutz und wird schneller geschädigt als bei Erwachsenen.

Doch auch andere Gefahrenquellen können zu Verbrennungen führen. Gerade die Grillsaison führt jedes Jahr zu zahlreichen brandverletzten Kindern. Einer der Hauptgründe ist dabei der Einsatz von Brennspiritus, der in Sekundenschnelle unkontrollierbare Flammen produzieren kann, die bis zu 10 Meter um sich greifen. Auch brennendes Fett, das mit Wasser gelöscht wird, kann zu gefährlichen Fettexplosionen führen. Kinder in Grillnähe werden durch ihre geringe Größe schnell zu Opfern ernsthafter Gesichtsverbrennungen.

Leichte Verbrennungen verheilen von selbst. Schwere Verbrennungen zweiten und dritten Grades jedoch erfordern die plastisch-chirurgische Hilfe des Verbrennungschirurgen. In hoch spezialisierten Verbrennungszentren erhalten schwer brandverletzte Kinder die bestmögliche Betreuung – sowohl medizinisch als auch psychologisch. Die Versorgung der verbrannten oder verbrühten Haut erfolgt unter sterilen Bedingungen, Pflegekräfte und Ärzte kümmern sich rund um die Uhr um den kleinen Patienten. Die beschädigte Haut führt zu einem Wärme- und Flüssigkeitsverlust, den das Kind nicht mehr ausgleichen kann. Aus diesem Grund wird die Raumtemperatur auf der Station konstant über 30°C gehalten, die Luftfeuchtigkeit auf ein Minimum von 60 Prozent angehoben.

Nach erfolgreicher Therapie versucht der Plastische Chirurg, die Bewegungsfunktionen wiederherzustellen (etwa bei vernarbten Fingern oder Händen) und entstellenden Narben zu korrigieren.

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