Operation

Um eine natürliche Körperform zu erzielen, plant der Chirurg vor dem Eingriff sorgfältig die Modellierung der betroffenen Körperstellen. Dazu markiert er mit einem Stift die Fettpolster in Form von Höhenlinien auf dem Körper. Danach wird der Bereich desinfiziert und abgedeckt. Ein kleiner Hautschnitt von 0,5 bis 1 cm erfolgt an verschiedenen unauffälligen Stelle, etwa in den Gesäßfalten oder im Nabel. Durch ihn wird eine Kanüle eingeführt, die an eine Vakuumpumpe angeschlossen ist. Die Unterhautfettzellen sind traubenähnlich in dünne Hüllen verpackt und können zwischen 0,5 und 2 cm groß sein. Die Kanüle durchtrennt die Hülle und saugt die überschüssigen Fettträubchen per Unterdruck heraus. Der Eingriff dauert je nach Areal und Zahl der Fettpolster zwischen 20 Minuten und bis zu zwei Stunden. Der Hautschnitt wird nach dem Eingriff genäht oder verklebt. Die abgesaugten Fettzellen werden aufgefangen und während der Operation gemessen. So stellt der Operateur sicher, dass an beiden Seiten einheitliche Mengen entfernt werden. Eventuell wird eine Drainage eingelegt.

Obwohl die grundsätzliche Technik bei der Fettabsaugung stets die gleiche ist, kann der Operateur unterschiedliche Varianten wählen. Häufig entscheidet er sich für eine Flüssigkeitsinjektion vor Einführen der Kanüle. Diese erleichtert das Absaugen der Fettzellen und besteht in der Regel aus Kochsalzlösung, einem örtlichen Betäubungsmittel und Adrenalin zur Gefäßverengung. Sie beugt außerdem Blutergüssen und hohem Blutverlust vor. Wie viel Flüssigkeit injiziert wird, entscheidet der Arzt bei jedem Patienten individuell.

Mit größeren Flüssigkeitsmengen arbeitet die Tumeszenztechnik („Tumeszenz“ = Anschwellung), bei der die zu entfernenden Fettzellen mit der dreifachen Menge an Kochsalzlösung aufgeschwemmt werden. Die Technik ist zeitaufwendiger als das normale Absaugen (bis zu fünf Stunden). Dafür kann die Flüssigkeit derart mit Narkosemitteln angereichert werden, dass eine zusätzliche Betäubung überflüssig wird.

Sehr ähnlich verläuft die Supernasstechnik, die jedoch mit weniger Flüssigkeit arbeitet. In der Regel wird soviel Lösung eingeführt wie Fett abgesagt werden soll. Eine Vollnarkose oder starke Beruhigungsmittel sind Voraussetzung für diese Technik, die ein bis zwei Stunden dauert.

Eine neue Behandlungsvariante stellt die Ultraschall-assistierte Liposuktion (UAL) dar. Eine spezielle Kanüle mit Ultraschallwellen zertrümmert die Fettzellen im Körper und saugt das flüssige Fett ab. Die Technik eignet sich besonders für Körperstellen mit festem Bindegewebe (z. B. Rücken, Brust) und benötigt mehr Zeit als andere Methoden.

Selten zum Einsatz kommen die neuen Methoden der Wasser-assistierten Liposuktion (WAL) und der Laser-assistierten Liposuktion (Smartlipo). Die WAL führt keine großen Flüssigkeitsmengen ein, sondern spritzt kleine Mengen Kochsalzlösung mit einer Kanüle fächerartig in das Unterhautgewebe. Eine zweite Kanüle saugt Flüssigkeit und Fettzellen direkt wieder ab. Bei der „Smartlipo“ zerstört eine Glasfaser-Kanüle per Laser die Fettzellen, die anschließend abgesaugt werden.