Straffungsoperationen nach Adipositas: Leitlinie empfiehlt Einbindung Plastischer Chirurgen

Berlin, 01.03.2018 – „Wir sind sehr froh, dass in der soeben aktualisierten Leitlinie zur ,Chirurgie der Adipositas und metabolischer Erkrankungen‘ der plastisch-rekonstruktiven Straffung ein eigenes Kapitel gewidmet wurde“, konstatiert Prof. Dr. Riccardo Giunta, Präsident der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) und hofft, dass dies Patienten und Ärzten die Kostenübernahme derartiger Eingriffe durch die Gesetzliche Krankenversicherung künftig erleichtern werde. „Bei erheblicher Gewichtsabnahme kommen Haut und Unterhautfettgewebe häufig einfach nicht mehr mit und können sich nicht entsprechend zurückbilden“, berichtet der Plastische Chirurg. Häufig verblieben überschüssige Haut- und Fettgewebsanteile, insbesondere im Bereich des Bauches, aber auch im Bereich des Gesäßes, im Bereich der Oberschenkel sowie im Bereich der Brüste und der Oberarme, die die Beweglichkeit einschränken und/oder Entzündungen der Haut provozieren. Hinzu käme, dass sich die Patienten in ihrer Haut schlicht nicht mehr wohlfühlten.

Adipositas – ein wachsendes Problem
Das Körpergewicht der Menschen in den westlichen und Schwellenländern steigt in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich an. Zwar hat sich der Anteil Übergewichtiger stabilisiert, knapp 24 Prozent sind adipös. Ein Anstieg der Neigung zur Adipositas ist aber insbesondere bei jungen Erwachsenen zu verzeichnen. „Der Bedarf nach bariatrischen Eingriffen wird also weiter wachsen und mit ihm auch die Notwendigkeit von Straffungseingriffen nach starker Gewichtsabnahme“, konstatiert Prof. Dr. Adrian Dragu, Leiter der Abteilung für Plastische und Handchirurgie am Universitätsklinikum in Dresden, der die DGPRÄC bei der Erarbeitung der Leitlinie vertreten hat. Sowohl in der Bevölkerung als auch bei den Krankenkassen müsse mit dem Vorurteil aufgeräumt werden, dass es sich bei diesen Maßnahmen lediglich um ästhetische Verbesserungen handeln würde. „Vielmehr schränken insbesondere so genannte Fettschürzen am Bauch die Mobilität erheblich ein. Hinzu kommt, dass vor allem an Bauch und Brust dauerhaft Haut auf Haut liegt. Dies führt unweigerlich zu einem feuchten Klima sowie Reibung und damit zu dauerhaften Entzündungen und Pilzerkrankungen. So ergebe sich bei diesen Patienten die medizinische Notwendigkeit einer körperformenden Straffung in spezifischen Körperregionen“, berichtet der Plastische Chirurg aus der Praxis. Auch das seelische Leid Betroffener, die viel auf sich genommen hätten, um wieder am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können und dann aus Scham weiter eingeschränkt seien, dürfe nicht vergessen werden.

Straffung beim Facharzt
„Straffungsoperationen sind weitreichende Eingriffe in den Körper. Sie erfordern neben einer hohen operativen Expertise auch viel Einfühlungsvermögen“, konstatiert Giunta. Der Plastische und Ästhetische Chirurg sei dafür umfassend ausgebildet. Folgerichtig rate die Leitlinie, dass jeder Patient nach starker Gewichtsabnahme die Möglichkeit erhalten solle, sich einem Plastischen Chirurgen vorzustellen. Schließlich verweise die Leitlinie auch auf Studien, die belegen, dass trotz der häufig langen und sichtbaren Narben die Lebensqualität positiv beeinflusst werde und das Gewicht konstant bleibe. „Dies deckt sich auch mit meinen klinischen Erfahrungen“, berichtet Prof. Giunta abschließend.

Link zur Leitlinie: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/088-001l_S3_Chirurgie-Adipositas-metabolische-Erkrankugen_2018-02.pdf

50 Jahre DGPRÄC – Aktionen zum Jubiläumsjahr 2018

Am 16. Oktober 1968 wurde die Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) in Bochum gegründet. Anlässlich des Jubiläums plant die DGRRÄC zahlreiche Aktionen. Unter www.50-jahre-dgpraec.de wächst eine elektronische Zeitleiste, in der die Geschichte der Plastischen Chirurgie und der Fachgesellschaft dokumentiert wird. Monatliche Presseinformationen zeigen die Vielfalt des Fachgebietes. Gemeinsam mit der Berliner Universität der Künste erstellte Animationsfilme zu den vier Säulen des Fachgebietes, der Rekonstruktiven, Hand-, Verbrennungs- und Ästhetischen Chirurgie stellen das Fachgebiet für den Laien verständlich dar. Bereits heute auf unserem Youtube-Channel abrufbar ist ein Film zum gesamten Fachgebiet: https://www.youtube.com/channel/UCwNpuMgE8hgF3zke-_Z43mg

Schließlich trifft sich die Fachgesellschaft zu ihrem Jahreskongress am Gründungsort in Bochum im September 2018 und plant am 16. Oktober 2018 erstmals einen bundesweiten Tag der Offenen Tür in Kliniken und Praxen ihrer Mitglieder.