Orthoplastische Kompetenzzentren
Die orthoplastische Chirurgie ist ein wachsendes interdisziplinäres Feld mit besonderer Relevanz bei der Knochen- und Weichteilrekonstruktion zum Extremitätenerhalt. Hierfür wurde in der DGPRÄC und in der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) jeweils eine interdisziplinäre Arbeitsgemeinschaft geschaffen.
Ziel der Arbeitsgemeinschaft Orthoplastische Chirurgie ist die strukturierte Förderung der interdisziplinären Versorgung komplexer Weichteil- und Knochenverletzungen – insbesondere im Bereich der Extremitäten – unter Berücksichtigung moderner unfallchirurgischer und plastisch-rekonstruktiver Prinzipien.
Kernthemen
Interdisziplinäre Therapiekonzepte bei Knochen- und Weichteildefekten nach Trauma oder im Rahmen von postoperativem Komplikationsmanagement:
- Lappenplastiken sowie temporäre und definitive Defektdeckungsverfahren
- Knochendefekt-Rekonstruktion
- Interdisziplinäre Standards und SOPs
- Leitlinienentwicklung
- Entwicklung von interdisziplinären Kursformaten gemeinsam mit der AUC
- Nachwuchsförderung und Fortbildung im Bereich der orthoplastischen Versorgung
- Analyse der aktuellen orthoplastischen Kapazitäten in Deutschland für optimierten Versorgung von Patienten mit Knochen-Weichteildefekten
- Entwicklung von orthoplastischen Netzwerken innerhalb des TraumanetzwerkDGU
- Analyse und Simulation von potenziellen Krisenszenarien und deren orthoplastischen Bedarf
Am Universitätsklinikum Münster (UKM) wurden am 19. Juni bei einem Treffen der AG die ersten zertifizierten orthoplastischen Kompetenzzentren Deutschlands benannt. Damit soll die Versorgung schwerverletzter Patientinnen und Patienten verbessert und zugleich die medizinische Vorbereitung auf Krisen-, Katastrophen- und mögliche Bündnisfälle gestärkt werden. Langfristig soll in jedem TraumaNetzwerk DGU® mindestens ein solches Zentrum etabliert werden.
Pressemitteilung vom Juni 2026:
Für den militärischen Ernstfall gerüstet: Neue Spezialzentren zur Versorgung Schwerverletzter